Chronik der Gemeinde Leiheim Titel

 
Das Dörfchen LEIHEIM liegt 6,5 km westlich von Bissingen im oberen Kesseltal am Köhrlesbach, einem rechten Kesselzufluß.

Bodenfunde aus dem Reich der Gemarkung gehören der Mittelsteinzeit sowie einer vorgeschichtlichen metallzeitlichen Kulturstufe (Hallstattzeit?) an.

Leiheim wird erstmals im Jahre 1262 erwähnt, und zwar durch die Nennung eines niederen Ortsadelsgeschlechtes, der LIHENER. Dies läßt auf die Namensform LIHEN für LEIHEIM schließen; tatsächlich heißt der Ort bis ins 16. Jahrhundert LIHEN, LYHEN, LICHEN, LEI(C)HEN. Erst 1603 ist mit LEYHEIM erstmals die heutige Schreibung greifbar. LEIHEIM ist also ein unechter -heim-Name. Das ursprüngliche LIHEN dürfte soviel wie Lehen bedeutet haben.

LEIHEIM, dessen südliche Gemarkungsgrenze vom RENNWEG gebildet ist, wurde wohl von Unterringingen her als Ausbausiedlung angelegt. Der Ort ging zum größten Teil zu Lehen von den Grafen von Oettingen, was auch für die Deutung des Ortsnamens LEIHEIM als Lehen sprechen würde. Im 13. Jahrhundet (1262 - 1270) wird ein niederes Adelsgeschlecht genannt, das sich nach LEIHEIM benannte und das wohl ursprünglich im Dienste des Herren von Hohenburg gestanden hat. Um das Jahr 1377 saß auf dem kleinen Adelssitz ein Mitglied der Herren von Zoltingen. Durch Pfandschaft gelangte der Besitz zu LEIHEIM 1376 von ihnen an die Herrschaft Diemantstein und teilte in der Folgezeit deren Schicksal.
QUELLE:
Der Landkreis Dillingen an der Doanu
Ehedem und Heute
2. neubearbeitete Auflage
Dillingen 1982
Im Selbstverlag des Landkreises Dillingen a.d. Donau


Chronologische Zusammenfassung:

Mittelsteinzeit und
vorgeschichtliche metallzeitliche Kulturstufe (Hallstattzeit?)
... daraus Bodenfunde
1262
erste Erwähnung
durch Nennung der LIHENER

Lehen von den Grafen von OETTINGEN
mit dem RENNWEG als südliche Gemarkungsgrenze
(als Ausbausiedlung von Unterringingen her)
1262-1270
(13. Jahrhundert)
Nennung eines niederen Adelsgeschlechtes
(benannt nach LEIHEIM)
im Dienste der Herren von Hohenburg
1377
Kleiner Adelssitz einer der Herren von Zoltingen
1376
Durch Pfandschft an die Herrschaft Diemantstein
bis ins 16. Jahrhundert
LIHEN, LYHEN, LICHEN, LEI(C)HEN
1603

mit LEYHEIM (unechter -heim-Name)
ist die heutige
Schreibweise greifbar
ab 1.7.1971
zugehörig zu Unterringingen
bis dato eigenständige Gemeinde
ab 1.5.1978
mit in die Marktgemeinde Bissingen eingegliedert


Strohhaus in Leiheim
Dieses Strohdachhaus mit dem ehemaligen Hausnamen "Spiegelschuster" stand bis zu seinem Abbruch etwa im Jahr 1948 in Leiheim